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yamo Talks: Interview mit Andrea Jansen

8 min zu lesen

Zur Person:

Andrea Jansen, 37, ist freie Medienschaffende und wurde bekannt als Moderatorin im Schweizer Fernsehen. Die Journalistin und dreifache Mutter gründete 2016 den Blog “Any Working Mom”, der sich an Eltern und Noch-Nicht-Eltern richtet. Sie schreibt über Vereinbarkeit von Familie, Beruf, Fernweh und dem eigenen Ich und fordert von ihren Lesern, dass sie bitte Humor mitbringen.

 

Als eine der ersten Unterstützerinnen hat Andrea Jansen yamo bereits während der Crowdfunding Kampagne im Frühjahr 2017 entdeckt und sich die Chance gesichert, eine eigene yamo-Brei Kreation zu erstellen. Nach einigem Tüfteln in der Laborküche entstand daraus in Zusammenarbeit mit unserem Lebensmittelwissenschaftler José einer der neuesten yamo-Brei Zugänge:

Der exotische Proteinmix „Cocohontas“.

 

 

 

 

 

 

 

Da sie persönlich eine Vertreterin der Zielgruppe von Yamo war und ist, sah und sieht sie das Potential von Yamo und beschloss, sich als Investorin zu beteiligen. Als bei Andrea Jansen zum dritten Mal die Breiphase begann, durften wir von Yamo sie während dieser Zeit begleiten und ihr mehr Flexibilität und vor allem auch mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben verschaffen. Für unsere Leser hat Andrea uns ein paar Fragen darüber beantwortet, wie der Alltag als Mutter bei ihr wirklich aussieht.

 

Ist Mutterschaft so, wie du es erwartet hast?

Nein. In vielerlei Hinsicht nicht. Verantwortung für einen anderen Menschen zu tragen ist so viel schwieriger und anstrengender, als man es sich vorstellen kann. Und gleichzeitig ist bedingungslose Liebe etwas, was vorher im Gefühlsspektrum einfach nicht existiert. Ich sehe das Muttersein als eine Reise, auf die ich mich gegeben habe – immer noch die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.

 

Wie kriegst du das Mamisein und Arbeiten unter einen Hut?

Ich kriege es nicht unter einen Hut und werde nicht müde, das immer wieder zu betonen. Frau (und mittlerweile auch man) ist immer wieder gezwungen, zu verzichten oder Abstriche zu machen. Dieses Bild von der busy Businesswoman, die perfekt aussieht und die perfekte Familie hat, das gibt es nur auf Instagram. Vereinbarkeit leben heisst, Prioritäten zu setzen und auch ganz gezielt “Nein” zu sagen.
Natürlich habe ich in den letzten drei Jahren, in denen ich immer zwischen 50 – 80% gearbeitet habe, sehr viel gelernt. Genau darüber schreibe ich auf Any Working Mom.

 

Was hast du von deinen Kindern gelernt?

Ich lerne jeden Tag von Ihnen – zum Beispiel, dass man die Welt und die Dinge darin ganz anders anschauen kann, wenn man keine fixe Vorstellung mitbringt, wie sie zu sein haben. Sie lernen mich auch Geduld – denn davon habe ich mit allen anderen Menschen herzlich wenig, bei ihnen kriege ich es aber irgendwie hin, auch nach dem -zigten “Neeeei!” einigermassen chill zu bleiben.

 

Was gibt dir das Gefühl eine gute Mutter zu sein?

Ich mag die Bezeichnung “gute Mutter” nicht so gerne. Sie setzt nämlich voraus, dass es auch schlechte Mütter gibt. Und wahrscheinlich gibt’s die tatsächlich irgendwo – ich habe nur noch nie eine kennen gelernt. Ich bin keine gute Mutter – ich bin einfach die beste Mutter, die ich für mich sein kann.

 

Stell dir vor, du hättest jeden Tag eine Stunde ganz für dich allein zur Verfügung. Was würdest du tun?

Erst Mal: Ausflippen, weil juhui! Dann schlafen.

 

Wie sieht bei euch der Ablauf bei einem normalen Abendessen aus?

Wir setzen uns alle hin (unter Protest, weil sich kleine Kinder per se nicht gerne hinsetzen sondern lieber rumwuseln). Dann wird es erst Mal laut gemotzt, weil a) die falsche Pasta b) Pizza falsch geschnitten oder c) “Das hani nid gääääärn!”. In seltenen Fällen wird begeistert gegessen (die kleinste am Tisch ist da massiv am unkompliziertesten) und dann unterhalten wir uns darüber, wer heute im Kindergarten einen Schneeball angeworfen hat, zum Beispiel. Nach einer Viertelstunde ist der Spass meistens vorüber. Ganz ehrlich: Abendessen ist eine Kampfzone. Wenn ich’s gemütlich haben will, gehen ich und der Mann alleine essen.

 

Was sagt einem vorher kein Mensch über das Mutter sein?

Ich glaube, sagen tun es schon einige, nur hört man vielleicht nicht hin oder denkt “bei mir ist das dann anders”: Die Mutterschaft verändert einen selber als Person. Man kann das Leben A nach einer Geburt nicht einfach wieder aufnehmen, weil man es sehr wahrscheinlich so nicht mehr will. Die Emotionen, die neu zur eigenen Gefühlspalette dazu kommen – ich glaube, die kann man nicht antizipieren.

 

Welches Erlebnis fällt dir zum Thema #Momfail ein?

Zu #Momfail fällt mir ein, dass mich schon nur der Hashtag nervt. Er impliziert nämlich, dass eine Mutter immer alles perfekt machen muss – eine Vorstellung, die nicht nur komplett unmöglich ist sondern auch einen Druck erzeugt, unter dem viele Frauen zusammen brechen und sich dann als “schlechte Mutter” (siehe oben) fühlen. #Momfail ist Bullshit – wir alle machen Fehler, jeden einzelnen Tag. Anstatt auf das Negative zu fokussieren, sollten wir lieber #selfiehighfive pushen und uns auch mal auf die Schulter klopfen, wenn wir etwas vermeintlich alltägliches gemeistert haben.

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